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Sildenafil

Verfasst von: Moritz von Büren

Sildenafil ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der PDE5-Hemmer und wird vor allem zur Behandlung der erektilen Dysfunktion eingesetzt. Bekannt wurde er insbesondere durch das Originalpräparat Viagra. Heute ist Sildenafil auch in zahlreichen Generika erhältlich. Der Wirkstoff unterstützt die natürliche Erektionsfähigkeit, indem er bei sexueller Stimulation die Durchblutung des Penis verbessert.

Seit seiner Einführung Ende der 1990er-Jahre gehört Sildenafil zu den etablierten Wirkstoffen zur Behandlung von erektiler Dysfunktion. Neben dem Originalpräparat stehen mittlerweile verschiedene Sildenafil-Generika und Darreichungsformen zur Verfügung.

Was ist Sildenafil?

Sildenafil gehört zur Arzneimittelgruppe der Phosphodiesterase-Typ-5-Hemmer (PDE5-Hemmer). Der Wirkstoff wurde ursprünglich im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersucht. Während der klinischen Entwicklung zeigte sich seine positive Wirkung auf die Erektionsfähigkeit, woraufhin er für die Behandlung der erektilen Dysfunktion weiterentwickelt wurde.

1998 wurde Viagra mit dem Wirkstoff Sildenafil in den USA zugelassen. Noch im selben Jahr folgte die Zulassung in der Europäischen Union. Damit stand erstmals ein oral einzunehmender PDE5-Hemmer zur Behandlung von Erektionsstörungen zur Verfügung.

Heute ist Sildenafil nicht nur unter dem Markennamen Viagra bekannt. Nach Ablauf der Patentrechte kamen zahlreiche Sildenafil-Generika auf den Markt. Diese enthalten denselben Wirkstoff.

Wie wirkt Sildenafil?

Eine Erektion entsteht durch das Zusammenspiel von sexueller Stimulation, Nervensignalen und einer verstärkten Durchblutung des Penis. Dabei spielt der Botenstoff zyklisches Guanosinmonophosphat (cGMP) eine zentrale Rolle. Er trägt dazu bei, die glatte Muskulatur in den Blutgefäßen des Penis zu entspannen, sodass mehr Blut einströmen kann.

Das Enzym Phosphodiesterase Typ 5 (PDE5) baut cGMP normalerweise wieder ab. Sildenafil hemmt dieses Enzym und verlangsamt dadurch den Abbau von cGMP. Die durch sexuelle Erregung ausgelöste natürliche Reaktion wird so unterstützt.

  1. Sexuelle Stimulation: Der Körper setzt unter anderem Stickstoffmonoxid frei.
  2. Bildung von cGMP: Die glatte Muskulatur der Blutgefäße entspannt sich.
  3. PDE5-Hemmung: Sildenafil verlangsamt den Abbau von cGMP.
  4. Verbesserter Blutfluss: Bei sexueller Stimulation kann mehr Blut in den Penis einströmen und eine Erektion unterstützen.

Wichtig: Sildenafil löst nicht automatisch eine Erektion aus. Für seine Wirkung ist sexuelle Stimulation erforderlich.

Sildenafil bei erektiler Dysfunktion

Die wichtigste Anwendung von Sildenafil ist die Behandlung der erektilen Dysfunktion (ED). Darunter versteht man anhaltende Schwierigkeiten, eine für zufriedenstellende sexuelle Aktivität ausreichende Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten.

Die Ursachen können unterschiedlich sein. Neben körperlichen Faktoren wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Durchblutungsstörungen spielen auch psychische Faktoren wie Stress und Leistungsdruck eine Rolle.

Sildenafil behandelt nicht die zugrunde liegende Ursache der Erektionsstörung. Es unterstützt während seiner Wirkungszeit den physiologischen Prozess, der für das Entstehen einer Erektion notwendig ist.

Wann beginnt Sildenafil zu wirken?

Die Wirkung von Sildenafil setzt üblicherweise innerhalb von 30 bis 60 Minuten ein. Individuelle Unterschiede sind möglich.

Eine schwere oder fettreiche Mahlzeit kann die Aufnahme verzögern und dazu führen, dass die Wirkung später einsetzt. Deshalb spielt auch der Zeitpunkt der letzten Mahlzeit eine Rolle.

Sildenafil wird bei erektiler Dysfunktion in der Regel nach Bedarf vor der geplanten sexuellen Aktivität angewendet. Die konkrete Einnahme sollte sich immer nach der ärztlichen Empfehlung und den Angaben des jeweiligen Arzneimittels richten.

Wie lange wirkt Sildenafil?

Die Wirkung von Sildenafil hält typischerweise mehrere Stunden an. Häufig wird ein Zeitraum von etwa vier bis fünf Stunden angegeben, wobei Wirkungseintritt und Wirkungsdauer individuell unterschiedlich sein können.

Das bedeutet nicht, dass während dieser Zeit dauerhaft eine Erektion besteht. Sildenafil verbessert lediglich während seines Wirkungsfensters die körperlichen Voraussetzungen für eine Erektion, sofern sexuelle Stimulation vorhanden ist.

Wer eine deutlich längere Wirkungsdauer bevorzugt, greift häufig zu Tadalafil. Dieser ebenfalls zur Gruppe der PDE5-Hemmer gehörende Wirkstoff unterscheidet sich von Sildenafil vor allem durch seine längere Wirkdauer.

Sildenafil Dosierung

Sildenafil zur Behandlung der erektilen Dysfunktion ist in unterschiedlichen Wirkstärken erhältlich. Bei zugelassenen Präparaten sind insbesondere Dosierungen von 25 mg, 50 mg und 100 mg verbreitet.

Als übliche empfohlene Anfangsdosis wird bei vielen zugelassenen Arzneimitteln 50 mg etwa eine Stunde vor der sexuellen Aktivität angegeben. Je nach Wirkung und Verträglichkeit kann ein Arzt die Dosis reduzieren oder erhöhen.

  • 25 mg: niedrigere Dosierung, die beispielsweise bei bestimmten gesundheitlichen Voraussetzungen gewählt werden kann.
  • 50 mg: häufig verwendete Anfangsdosis.
  • 100 mg: höhere Dosierung, die nur dann eingesetzt werden sollte, wenn sie medizinisch geeignet ist.

Die maximal empfohlene Einnahmehäufigkeit beträgt in der Regel einmal täglich. Die individuell geeignete Dosierung sollte mit einem Arzt oder Apotheker abgestimmt werden.

Was sind Sildenafil-Generika?

Ein Generikum enthält denselben Wirkstoff wie ein bereits zugelassenes Referenzarzneimittel. Bei Sildenafil ist Viagra das bekannte Referenzpräparat. Nach Ablauf des Patentschutzes wurden zahlreiche Arzneimittel mit Sildenafil als Wirkstoff verfügbar.

Sildenafil-Generika können sich hinsichtlich Hersteller, Hilfsstoffen, Darreichungsform, Verpackung und Preis unterscheiden. Entscheidend ist deshalb nicht allein der Produktname, sondern vor allem der enthaltene Wirkstoff und dessen Dosierung.

Zu den im Zusammenhang mit Sildenafil bekannten Produktnamen gehören beispielsweise Kamagra und Cenforce. Welche Produkte rechtmäßig verfügbar sind und welche regulatorischen Anforderungen gelten, hängt vom jeweiligen Markt und dem konkreten Präparat ab.

Sildenafil und Viagra – wo liegt der Unterschied?

Viagra ist ein Markenname, Sildenafil dagegen der Name des Wirkstoffs. Das Originalpräparat Viagra enthält Sildenafil. Auch entsprechende Generika enthalten diesen Wirkstoff.

Der wesentliche Unterschied liegt daher nicht grundsätzlich im Wirkstoff selbst, sondern beim Hersteller, bei Hilfsstoffen, Darreichungsformen und Preisen. Zugelassene Generika müssen die regulatorischen Anforderungen erfüllen, die für ihre jeweilige Zulassung gelten.

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem Ratgeber über Viagra Generika.

Mögliche Nebenwirkungen von Sildenafil

Wie andere Arzneimittel kann auch Sildenafil Nebenwirkungen verursachen. Nicht jeder Anwender ist davon betroffen, und Art sowie Intensität können individuell unterschiedlich ausfallen.

Zu den bekannten häufigeren Nebenwirkungen gehören unter anderem:

  • Kopfschmerzen
  • Gesichtsrötung oder Hitzegefühl
  • Verdauungsbeschwerden
  • Übelkeit
  • verstopfte Nase
  • Schwindel
  • vorübergehende Sehstörungen bei manchen Anwendern

Selten können schwerwiegendere Reaktionen auftreten. Eine ungewöhnlich lange oder schmerzhafte Erektion sowie plötzlich auftretende Seh- oder Hörprobleme erfordern eine rasche medizinische Abklärung. Bei starken Beschwerden oder Unsicherheit sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Besonders wichtig sind mögliche Wechselwirkungen zwischen Sildenafil und anderen Arzneimitteln. Bestimmte Kombinationen können erhebliche gesundheitliche Risiken verursachen.

Sildenafil darf insbesondere nicht zusammen mit Nitraten angewendet werden. Nitrate werden unter anderem bei Angina pectoris eingesetzt. Die Kombination kann zu einem gefährlichen Abfall des Blutdrucks führen.

Auch bei anderen Arzneimitteln können Wechselwirkungen auftreten. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Blutdruckmedikamente und Medikamente, die den Abbau von Sildenafil im Körper beeinflussen können.

Vor der Anwendung sollten deshalb alle regelmäßig oder gelegentlich eingenommenen Arzneimittel sowie Nahrungsergänzungsmittel mit einem Arzt oder Apotheker besprochen werden.

Wann sollte Sildenafil nicht eingenommen werden?

Sildenafil ist nicht für jeden geeignet. Besondere Vorsicht beziehungsweise eine medizinische Abklärung ist unter anderem erforderlich bei bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, stark niedrigem Blutdruck, schweren Lebererkrankungen, bestimmten Augenerkrankungen oder nach kürzlich aufgetretenen Herz-Kreislauf-Ereignissen.

Eine Anwendung zusammen mit Nitraten ist kontraindiziert. Auch bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegen Sildenafil darf der Wirkstoff nicht verwendet werden.

Da Erektionsprobleme außerdem mit anderen Erkrankungen zusammenhängen können, sollte insbesondere bei neu aufgetretener oder länger bestehender erektiler Dysfunktion eine medizinische Abklärung erfolgen.

Sildenafil im Vergleich zu anderen PDE5-Hemmern

Sildenafil ist nicht der einzige PDE5-Hemmer zur Behandlung der erektilen Dysfunktion. Zu den weiteren bekannten Wirkstoffen gehören Tadalafil, Vardenafil und Avanafil.

Sildenafil oder Tadalafil?

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Sildenafil und Tadalafil liegt in der Wirkungsdauer. Sildenafil wird typischerweise nach Bedarf eingesetzt und wirkt über mehrere Stunden. Tadalafil besitzt dagegen eine deutlich längere Wirkdauer, die bis zu 36 Stunden reichen kann.

Dadurch können sich beide Wirkstoffe für unterschiedliche Bedürfnisse eignen. Einen ausführlicheren Vergleich finden Sie unter Sildenafil vs. Tadalafil.

Sildenafil oder Vardenafil?

Vardenafil gehört ebenfalls zur Gruppe der PDE5-Hemmer und weist hinsichtlich Anwendung und Wirkungsdauer einige Gemeinsamkeiten mit Sildenafil auf. Unterschiede bestehen unter anderem bei pharmakologischen Eigenschaften und individuellen Reaktionen.

Die Unterschiede behandeln wir ausführlicher in unserem Ratgeber Sildenafil vs. Vardenafil.

Sildenafil und Alkohol

Alkohol ist nicht grundsätzlich mit jeder Sildenafil-Anwendung unvereinbar. Übermäßiger Alkoholkonsum kann jedoch problematisch sein. Größere Mengen Alkohol können selbst die Erektionsfähigkeit beeinträchtigen und Beschwerden wie Schwindel oder Blutdruckabfall verstärken.

Wer Sildenafil verwendet, sollte daher insbesondere starken Alkoholkonsum vermeiden und bei gesundheitlichen Fragen ärztlichen Rat einholen.

Sildenafil und Ernährung

Sildenafil kann grundsätzlich mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Eine große oder besonders fettreiche Mahlzeit kann jedoch dazu führen, dass der Wirkstoff langsamer aufgenommen wird und die Wirkung später einsetzt.

Wer einen möglichst vorhersehbaren Wirkungseintritt wünscht, sollte diesen Einfluss bei der zeitlichen Planung berücksichtigen.

Für wen kann Sildenafil geeignet sein?

Sildenafil wird zur Behandlung erwachsener Männer mit erektiler Dysfunktion eingesetzt. Ob der Wirkstoff im individuellen Fall geeignet ist, hängt unter anderem von bestehenden Erkrankungen, anderen Medikamenten und möglichen Risikofaktoren ab.

Insbesondere bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, niedrigem Blutdruck oder gleichzeitiger Medikamenteneinnahme sollte die Anwendung vorher medizinisch abgeklärt werden.

Erektile Dysfunktion kann außerdem ein Hinweis auf andere gesundheitliche Probleme sein. Deshalb sollte nicht ausschließlich das Symptom betrachtet werden. Weitere Informationen zu möglichen Ursachen finden Sie in unserem Ratgeber zur erektilen Dysfunktion.

Fazit: Sildenafil als etablierter PDE5-Hemmer

Sildenafil gehört zu den bekanntesten Wirkstoffen zur Behandlung der erektilen Dysfunktion. Als PDE5-Hemmer unterstützt er bei sexueller Stimulation die Durchblutung des Penis und kann dadurch das Erreichen und Aufrechterhalten einer Erektion erleichtern.

Typisch sind ein Wirkungseintritt innerhalb von etwa 30 bis 60 Minuten und eine Wirkdauer von mehreren Stunden. Neben Viagra stehen heute verschiedene Sildenafil-Generika zur Verfügung.

Welcher Wirkstoff und welche Dosierung im individuellen Fall geeignet sind, sollte unter Berücksichtigung des Gesundheitszustands, möglicher Wechselwirkungen und anderer Medikamente entschieden werden. Insbesondere die gleichzeitige Anwendung von Sildenafil und Nitraten ist zu vermeiden.

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