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Sildenafil und Tadalafil gehören zu den bekanntesten Wirkstoffen zur Behandlung der erektilen Dysfunktion. Beide zählen zur Gruppe der PDE-5-Hemmer und unterstützen bei sexueller Stimulation die Durchblutung des Penis. Dennoch unterscheiden sie sich deutlich hinsichtlich Wirkungseintritt, Wirkdauer und Anwendung. Welcher Wirkstoff besser geeignet ist, hängt deshalb vor allem von der individuellen Situation und den persönlichen Anforderungen ab.
Wer sich zunächst grundsätzlich über die beiden Wirkstoffe informieren möchte, findet weitere Informationen auf unseren Seiten zu Sildenafil und Tadalafil. Allgemeine Informationen zu Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten finden Sie außerdem unter Erektile Dysfunktion.
Sildenafil und Tadalafil gehören beide zur Wirkstoffgruppe der Phosphodiesterase-5-Hemmer (PDE-5-Hemmer). Sie greifen in denselben physiologischen Mechanismus ein: Bei sexueller Erregung wird die Entspannung der glatten Muskulatur in den Blutgefäßen unterstützt, wodurch mehr Blut in den Penis einströmen kann.
Der entscheidende Unterschied liegt daher weniger im grundlegenden Wirkprinzip als vielmehr darin, wie schnell die Wirkung einsetzt und wie lange sie anhält.
Sildenafil wurde ursprünglich unter dem Markennamen Viagra bekannt und wird seit Ende der 1990er-Jahre zur Behandlung von Erektionsstörungen eingesetzt. Mittlerweile stehen zahlreiche Generika mit Sildenafil zur Verfügung.
Der Wirkstoff wird in der Regel bei Bedarf vor der geplanten sexuellen Aktivität eingesetzt. Die Wirkung beginnt gewöhnlich innerhalb von etwa 30 bis 60 Minuten und hält mehrere Stunden an. Dadurch eignet sich Sildenafil besonders für Männer, die eine zeitlich begrenzte und gut planbare Wirkung bevorzugen.
Tadalafil wurde einige Jahre später unter dem Markennamen Cialis eingeführt. Auch dieser Wirkstoff ist inzwischen in zahlreichen generischen Präparaten erhältlich.
Das wichtigste Merkmal von Tadalafil ist seine deutlich längere Wirkdauer. Während Sildenafil normalerweise für einige Stunden wirksam bleibt, kann die Wirkung von Tadalafil bis zu 36 Stunden anhalten. Dadurch entsteht ein wesentlich größeres Zeitfenster für sexuelle Aktivität.
Obwohl beide Wirkstoffe dasselbe therapeutische Ziel verfolgen, unterscheiden sie sich in mehreren Punkten. Besonders relevant sind Wirkungseintritt, Wirkdauer, Einfluss von Mahlzeiten und die Möglichkeiten der Anwendung.
Sildenafil beginnt üblicherweise etwa 30 bis 60 Minuten nach der Einnahme zu wirken. Eine besonders fettreiche Mahlzeit kann die Aufnahme verzögern und dazu führen, dass die Wirkung später einsetzt.
Auch Tadalafil benötigt eine gewisse Zeit bis zum Wirkungseintritt. Häufig wird mit einem Beginn innerhalb von etwa 30 Minuten gerechnet. Im Vergleich zu Sildenafil wird die Aufnahme durch Mahlzeiten jedoch deutlich weniger beeinflusst.
Bei beiden Wirkstoffen gilt: Eine Erektion entsteht nicht automatisch durch die Einnahme. Sexuelle Stimulation ist weiterhin erforderlich.
Die Wirkdauer gehört zu den größten Unterschieden zwischen Sildenafil und Tadalafil.
Sildenafil wirkt normalerweise ungefähr vier bis sechs Stunden. Dadurch lässt sich die Einnahme relativ gezielt mit geplanter sexueller Aktivität verbinden.
Tadalafil besitzt dagegen eine wesentlich längere Wirkdauer und kann bis zu 36 Stunden wirksam bleiben. Aufgrund dieses langen Zeitfensters wird Tadalafil gelegentlich auch als „Wochenendpille“ bezeichnet.
Das bedeutet jedoch nicht, dass während des gesamten Zeitraums dauerhaft eine Erektion besteht. Der Wirkstoff erleichtert lediglich die Entstehung einer Erektion bei entsprechender sexueller Stimulation.
Die unterschiedliche Wirkdauer lässt sich unter anderem durch die Halbwertszeit der beiden Wirkstoffe erklären. Sildenafil besitzt eine Halbwertszeit von ungefähr vier Stunden. Bei Tadalafil liegt sie mit rund 17,5 Stunden erheblich höher.
Dadurch verbleibt Tadalafil wesentlich länger in wirksamer Konzentration im Körper.
Bei der reinen Wirkdauer liegt Tadalafil deutlich vor Sildenafil. Während Sildenafil hauptsächlich für ein Zeitfenster von mehreren Stunden vorgesehen ist, ermöglicht Tadalafil ein wesentlich längeres Zeitfenster von bis zu 36 Stunden.
Für Männer, die ihre sexuelle Aktivität relativ genau planen möchten, kann die kürzere Wirkung von Sildenafil praktisch sein. Wer dagegen mehr zeitliche Flexibilität bevorzugt, kann die längere Wirkdauer von Tadalafil als Vorteil empfinden.
Auch Mahlzeiten können einen Unterschied machen. Besonders schwere oder fettreiche Speisen können die Aufnahme von Sildenafil verzögern. Bei Tadalafil spielt die Nahrungsaufnahme für die Resorption in der Regel eine geringere Rolle.
Größere Mengen Alkohol sollten in Verbindung mit beiden Wirkstoffen vermieden werden. Alkohol kann einerseits die Erektionsfähigkeit beeinträchtigen und andererseits Nebenwirkungen wie Schwindel oder Blutdruckabfall verstärken.
Da Sildenafil und Tadalafil derselben Wirkstoffgruppe angehören, überschneiden sich auch einige mögliche Nebenwirkungen. Dazu können beispielsweise Kopfschmerzen, Gesichtsrötung, verstopfte Nase oder Verdauungsbeschwerden gehören.
Dennoch gibt es Unterschiede. Bei Sildenafil können gelegentlich vorübergehende Sehstörungen oder Veränderungen der Farbwahrnehmung auftreten. Bei Tadalafil werden unter anderem Rücken- oder Muskelschmerzen beschrieben.
Welche Nebenwirkungen tatsächlich auftreten und wie stark sie ausgeprägt sind, kann individuell unterschiedlich sein.
Besondere Vorsicht ist bei der gleichzeitigen Einnahme anderer Medikamente erforderlich. PDE-5-Hemmer dürfen insbesondere nicht zusammen mit nitrathaltigen Arzneimitteln eingenommen werden, da es zu einem gefährlichen Abfall des Blutdrucks kommen kann.
Auch bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder andere Medikamente können gegen die Anwendung sprechen. Deshalb sollte vor der Einnahme geklärt werden, ob Sildenafil oder Tadalafil für die jeweilige Person geeignet ist.
Eine allgemeingültige Antwort darauf gibt es nicht. Beide Wirkstoffe können bei erektiler Dysfunktion wirksam sein, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrem zeitlichen Wirkprofil.
Sildenafil kann insbesondere dann infrage kommen, wenn eine kürzere und zeitlich besser planbare Wirkung gewünscht wird. Der Wirkstoff wird bei Bedarf eingesetzt und verbleibt vergleichsweise kürzer im Körper.
Tadalafil bietet dagegen ein wesentlich längeres Wirkfenster. Dadurch muss der Zeitpunkt der sexuellen Aktivität weniger genau geplant werden.
Welcher PDE-5-Hemmer im individuellen Fall geeigneter ist, hängt unter anderem vom Gesundheitszustand, anderen eingenommenen Medikamenten, möglichen Nebenwirkungen und den persönlichen Anforderungen ab.
Sildenafil und Tadalafil sind nicht die einzigen PDE-5-Hemmer zur Behandlung von Erektionsstörungen. Eine weitere bekannte Möglichkeit ist Vardenafil. Auch dieser Wirkstoff verbessert bei sexueller Stimulation die Durchblutung des Penis, besitzt jedoch ein eigenes Wirkungs- und Verträglichkeitsprofil.
Für einen detaillierteren Vergleich der einzelnen Wirkstoffe behandeln wir außerdem die Unterschiede zwischen Sildenafil und Vardenafil sowie zwischen Tadalafil und Vardenafil gesondert.
Sildenafil und Tadalafil gehören zu den etablierten PDE-5-Hemmern zur Behandlung der erektilen Dysfunktion. Sildenafil zeichnet sich durch eine vergleichsweise kurze und gut planbare Wirkdauer aus, während Tadalafil mit einem Wirkfenster von bis zu 36 Stunden deutlich länger wirken kann.
Die Entscheidung sollte deshalb nicht allein danach getroffen werden, welcher Wirkstoff „stärker“ oder „besser“ ist. Entscheidend ist vielmehr, welches Wirkprofil zur persönlichen Situation passt und ob gesundheitliche Gründe oder andere Medikamente gegen die Anwendung sprechen.
Weitere grundlegende Informationen über Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten finden Sie in unserem Ratgeber zur erektilen Dysfunktion.
Тerms and conditions