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Tadalafil

Verfasst von: Moritz von Büren

Tadalafil ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der PDE5-Hemmer und wird vor allem zur Behandlung der erektilen Dysfunktion eingesetzt. Bekannt ist er insbesondere als Wirkstoff des Markenpräparats Cialis. Charakteristisch für Tadalafil ist seine vergleichsweise lange Wirkungsdauer von bis zu 36 Stunden.

Neben der Behandlung von erektiler Dysfunktion wird Tadalafil in bestimmten Dosierungen auch bei benigner Prostatahyperplasie (BPH) eingesetzt. Darüber hinaus findet der Wirkstoff unter anderen Präparaten und Dosierungen Anwendung bei pulmonaler arterieller Hypertonie.

Was ist Tadalafil?

Tadalafil gehört zu den Phosphodiesterase-Typ-5-Hemmern (PDE5-Hemmern). Zu dieser Wirkstoffgruppe gehören auch Sildenafil, Vardenafil und Avanafil.

Der Wirkstoff wurde ursprünglich in den 1990er-Jahren entwickelt. Anfang der 2000er-Jahre erfolgte die Zulassung von Cialis zur Behandlung der erektilen Dysfunktion. Später kamen weitere medizinische Anwendungsgebiete hinzu.

Heute steht Tadalafil sowohl als Markenpräparat als auch in Form verschiedener Generika zur Verfügung. Diese enthalten denselben Wirkstoff, können sich jedoch hinsichtlich Hersteller, Hilfsstoffen, Darreichungsform und Preis unterscheiden.

Wie wirkt Tadalafil?

Damit eine Erektion entstehen kann, müssen sich die Blutgefäße im Penis bei sexueller Erregung erweitern. Dabei spielt der Botenstoff zyklisches Guanosinmonophosphat (cGMP) eine wichtige Rolle. Er trägt zur Entspannung der glatten Muskulatur bei und ermöglicht dadurch einen verstärkten Blutfluss in die Schwellkörper.

Das Enzym Phosphodiesterase Typ 5 (PDE5) baut cGMP wieder ab. Tadalafil hemmt dieses Enzym und sorgt dafür, dass cGMP länger wirksam bleibt.

  1. Sexuelle Stimulation: Durch sexuelle Erregung wird unter anderem Stickstoffmonoxid freigesetzt.
  2. Bildung von cGMP: Der Botenstoff unterstützt die Entspannung der glatten Muskulatur.
  3. Hemmung von PDE5: Tadalafil verlangsamt den Abbau von cGMP.
  4. Verbesserter Blutfluss: Die Blutgefäße können sich erweitern und mehr Blut kann in die Schwellkörper einströmen.

Tadalafil erzeugt dabei nicht automatisch eine Erektion. Der Wirkstoff unterstützt die natürliche Reaktion des Körpers und benötigt sexuelle Stimulation, damit die gewünschte Wirkung eintreten kann.

Tadalafil bei erektiler Dysfunktion

Zu den wichtigsten Anwendungsgebieten von Tadalafil gehört die Behandlung der erektilen Dysfunktion (ED). Dabei bestehen wiederkehrende oder anhaltende Schwierigkeiten, eine für sexuelle Aktivität ausreichende Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten.

Tadalafil verbessert während seiner Wirkungszeit die körperlichen Voraussetzungen für eine Erektion. Die zugrunde liegende Ursache einer Erektionsstörung wird dadurch jedoch nicht automatisch behandelt.

Erektile Dysfunktion kann beispielsweise mit Gefäßerkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck, hormonellen Veränderungen, bestimmten Medikamenten oder psychischen Faktoren zusammenhängen. Bei regelmäßig auftretenden Beschwerden ist deshalb eine medizinische Abklärung sinnvoll.

Wann beginnt Tadalafil zu wirken?

Nach der Einnahme kann die Wirkung von Tadalafil bei manchen Männern bereits nach etwa 30 Minuten einsetzen. Häufig wird mit einem Wirkungseintritt innerhalb von 30 bis 60 Minuten gerechnet.

Wie schnell der Wirkstoff tatsächlich wirkt, kann individuell unterschiedlich sein. Unter anderem spielen Gesundheitszustand, Dosierung und weitere persönliche Faktoren eine Rolle.

Im Unterschied zu Sildenafil wird die Aufnahme von Tadalafil durch Nahrung normalerweise deutlich weniger beeinflusst. Tadalafil kann daher grundsätzlich mit oder ohne Mahlzeit eingenommen werden.

Wie lange wirkt Tadalafil?

Die lange Wirkungsdauer gehört zu den wichtigsten Eigenschaften von Tadalafil. Die Wirkung kann bis zu 36 Stunden anhalten. Aus diesem Grund wird Tadalafil gelegentlich auch als „Wochenendpille“ bezeichnet.

Eine Wirkungsdauer von bis zu 36 Stunden bedeutet jedoch nicht, dass während dieses gesamten Zeitraums eine dauerhafte Erektion besteht. Vielmehr kann der Körper innerhalb dieses Wirkungsfensters bei sexueller Stimulation leichter auf entsprechende Reize reagieren.

Gerade diese längere Wirkdauer unterscheidet Tadalafil von Sildenafil, dessen Wirkung typischerweise über einen deutlich kürzeren Zeitraum anhält.

Tadalafil-Dosierung

Welche Dosierung geeignet ist, hängt davon ab, wofür und wie Tadalafil angewendet wird. Bei erektiler Dysfunktion kann der Wirkstoff entweder nach Bedarf oder in niedrigerer Dosierung regelmäßig eingenommen werden.

Tadalafil bei Bedarf

Bei der Anwendung nach Bedarf wird häufig eine Anfangsdosis von 10 mg vor der geplanten sexuellen Aktivität verwendet. Abhängig von Wirkung und Verträglichkeit kann die Dosierung ärztlich angepasst werden.

  • 10 mg: häufig verwendete Anfangsdosis bei Anwendung nach Bedarf.
  • 20 mg: höhere Dosierung, die bei entsprechender medizinischer Eignung eingesetzt werden kann.

Bei einer bedarfsweisen Anwendung sollte Tadalafil nicht häufiger eingenommen werden, als dies für das jeweilige Arzneimittel vorgesehen beziehungsweise ärztlich empfohlen ist.

Tadalafil zur täglichen Einnahme

Für bestimmte Patienten kann auch eine niedrig dosierte tägliche Anwendung infrage kommen. Hierfür werden insbesondere Dosierungen von 2,5 mg beziehungsweise 5 mg verwendet.

Bei täglicher Anwendung wird Tadalafil regelmäßig ungefähr zur gleichen Tageszeit eingenommen. Dadurch muss die Einnahme nicht unmittelbar auf eine geplante sexuelle Aktivität abgestimmt werden.

Welche Variante und Dosierung geeignet ist, sollte anhand des Gesundheitszustands, der Häufigkeit sexueller Aktivität, anderer Medikamente und der individuellen Verträglichkeit entschieden werden.

Was sind Tadalafil-Generika?

Nach Ablauf des Patentschutzes wurden neben Cialis zahlreiche Generika mit dem Wirkstoff Tadalafil verfügbar. Ein Generikum enthält denselben Wirkstoff wie das entsprechende Referenzarzneimittel.

Tadalafil-Generika können sich hinsichtlich Hersteller, Hilfsstoffen, Tablettenform, Verpackung und Preis unterscheiden. Entscheidend sind daher insbesondere Wirkstoff, Dosierung und die jeweiligen regulatorischen Voraussetzungen des Präparats.

Zu den bekannten Produktnamen mit Tadalafil gehören beispielsweise Vidalista und Tadacip. Je nach Präparat und Markt können unterschiedliche Dosierungen und Darreichungsformen angeboten werden.

Tadalafil und Cialis – was ist der Unterschied?

Cialis ist der bekannte Markenname eines Arzneimittels mit Tadalafil. Tadalafil selbst ist dagegen der Name des enthaltenen Wirkstoffs.

Nach Ablauf des Patentschutzes konnten weitere Hersteller Arzneimittel mit Tadalafil anbieten. Zugelassene Generika enthalten denselben Wirkstoff, können sich jedoch beispielsweise bei Hilfsstoffen, Aussehen, Verpackung und Preis vom Originalpräparat unterscheiden.

Weitere Informationen zu den verfügbaren Alternativen behandeln wir auf unserer Seite über Tadalafil-Generika.

Nebenwirkungen von Tadalafil

Wie jedes Arzneimittel kann auch Tadalafil Nebenwirkungen verursachen. Nicht jeder Anwender ist davon betroffen, und Häufigkeit sowie Intensität können unterschiedlich ausfallen.

Zu den bekannten häufigeren Nebenwirkungen gehören unter anderem:

  • Kopfschmerzen
  • Verdauungsbeschwerden
  • Gesichtsrötung oder Hitzegefühl
  • verstopfte Nase
  • Rücken- und Muskelschmerzen
  • Schwindel

Bestimmte seltene Beschwerden erfordern eine schnelle medizinische Abklärung. Dazu gehören beispielsweise eine schmerzhafte oder ungewöhnlich lange Erektion sowie plötzlich auftretende Seh- oder Hörstörungen.

Ausführlicher behandeln wir dieses Thema auf der Seite Tadalafil Nebenwirkungen.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Tadalafil kann mit anderen Arzneimitteln interagieren. Besonders wichtig ist die Wechselwirkung mit Nitraten, die beispielsweise zur Behandlung von Angina pectoris eingesetzt werden.

Die Kombination von Tadalafil mit Nitraten kann zu einem gefährlichen Blutdruckabfall führen und darf deshalb nicht erfolgen.

Weitere mögliche Wechselwirkungen bestehen unter anderem mit:

  • bestimmten Alpha-Blockern und Blutdruckmedikamenten
  • bestimmten Arzneimitteln, die den Abbau von Tadalafil beeinflussen
  • Riociguat
  • anderen PDE5-Hemmern

Vor der Anwendung sollten deshalb alle regelmäßig und gelegentlich verwendeten Medikamente mit einem Arzt oder Apotheker besprochen werden.

Wann sollte Tadalafil nicht eingenommen werden?

Tadalafil ist nicht für jeden geeignet. Ob der Wirkstoff verwendet werden kann, hängt unter anderem von bestehenden Erkrankungen und gleichzeitig eingenommenen Medikamenten ab.

Eine Anwendung kann insbesondere bei bestimmten schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sehr niedrigem Blutdruck, bestimmten schweren Leber- oder Nierenerkrankungen sowie einigen Augenerkrankungen ungeeignet sein oder eine besondere medizinische Beurteilung erfordern.

Besonders wichtig: Tadalafil darf nicht zusammen mit Nitraten eingenommen werden. Auch die gleichzeitige Anwendung mit Riociguat ist kontraindiziert.

Bei bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Unsicherheit hinsichtlich anderer Medikamente sollte vor der Anwendung ärztlicher Rat eingeholt werden.

Tadalafil und Alkohol

Kleine Mengen Alkohol führen nicht zwangsläufig zu Problemen. Größere Mengen können jedoch die Erektionsfähigkeit selbst beeinträchtigen und gleichzeitig Nebenwirkungen von Tadalafil verstärken.

Da sowohl Alkohol als auch Tadalafil den Blutdruck beeinflussen können, kann übermäßiger Alkoholkonsum unter anderem Schwindel, Schwäche oder einen stärkeren Blutdruckabfall begünstigen.

Starker Alkoholkonsum sollte deshalb insbesondere im Zusammenhang mit der Einnahme von Tadalafil vermieden werden.

Tadalafil und Ernährung

Tadalafil kann grundsätzlich mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Anders als bei einigen anderen PDE5-Hemmern hat eine Mahlzeit normalerweise keinen wesentlichen Einfluss auf die Aufnahme des Wirkstoffs.

Damit bietet Tadalafil hinsichtlich des Einnahmezeitpunkts eine gewisse Flexibilität. Die konkreten Anwendungshinweise des jeweiligen Arzneimittels sollten dennoch beachtet werden.

Tadalafil bei benigner Prostatahyperplasie

Tadalafil wird nicht ausschließlich bei Erektionsstörungen eingesetzt. Eine tägliche Dosierung von Tadalafil kann auch zur Behandlung von Beschwerden im Zusammenhang mit einer benignen Prostatahyperplasie (BPH) verwendet werden.

Bei einer BPH ist die Prostata gutartig vergrößert. Dadurch können Beschwerden wie häufiger Harndrang, Schwierigkeiten beim Beginn des Wasserlassens oder ein abgeschwächter Harnstrahl auftreten.

Welche Dosierung für dieses Anwendungsgebiet geeignet ist und ob Tadalafil im individuellen Fall eingesetzt werden kann, muss medizinisch beurteilt werden.

Für wen kann Tadalafil geeignet sein?

Tadalafil kann für erwachsene Männer mit erektiler Dysfunktion infrage kommen, sofern keine medizinischen Gründe gegen die Anwendung sprechen.

Aufgrund der langen Wirkungsdauer kann der Wirkstoff insbesondere für Männer interessant sein, die ihre sexuelle Aktivität weniger genau an den Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme koppeln möchten.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Tadalafil grundsätzlich besser als andere PDE5-Hemmer ist. Die Wahl des Wirkstoffs hängt von individuellen Faktoren wie Wirkung, Verträglichkeit, Gesundheitszustand und anderen Medikamenten ab.

Tadalafil oder Sildenafil?

Tadalafil und Sildenafil gehören beide zur Gruppe der PDE5-Hemmer und werden zur Behandlung der erektilen Dysfunktion eingesetzt. Einer der wichtigsten Unterschiede liegt in der Wirkungsdauer.

Sildenafil wirkt typischerweise mehrere Stunden, während Tadalafil bis zu 36 Stunden wirksam sein kann. Außerdem wird Sildenafil stärker durch eine schwere oder fettreiche Mahlzeit beeinflusst, während dieser Effekt bei Tadalafil deutlich geringer ist.

Welcher Wirkstoff geeigneter ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Einen ausführlichen Vergleich finden Sie auf unserer Seite Sildenafil vs. Tadalafil.

Tadalafil oder Vardenafil?

Vardenafil gehört ebenfalls zu den PDE5-Hemmern. Wie Sildenafil besitzt es im Vergleich zu Tadalafil eine kürzere Wirkungsdauer.

Unterschiede bestehen außerdem hinsichtlich pharmakologischer Eigenschaften, Wechselwirkungen und individueller Verträglichkeit. Die längere Wirkdauer von Tadalafil kann für manche Männer von Vorteil sein, während für andere ein kürzeres Wirkungsfenster besser geeignet sein kann.

Eine ausführliche Gegenüberstellung finden Sie in unserem Ratgeber Tadalafil vs. Vardenafil.

Was kann die Behandlung zusätzlich unterstützen?

Medikamente behandeln nicht zwangsläufig die Ursache einer erektilen Dysfunktion. Deshalb sollten auch mögliche gesundheitliche und lebensstilbedingte Faktoren berücksichtigt werden.

Regelmäßige Bewegung, ein gesundes Körpergewicht, der Verzicht auf Rauchen, ein moderater Alkoholkonsum und eine ausgewogene Ernährung können insbesondere die Gefäßgesundheit unterstützen.

Auch Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck sowie psychische Faktoren wie chronischer Stress können mit Erektionsproblemen zusammenhängen. Mehr über die unterschiedlichen Zusammenhänge erfahren Sie auf unserer Übersichtsseite zur erektilen Dysfunktion.

Fazit: Tadalafil als lang wirkender PDE5-Hemmer

Tadalafil gehört zu den etablierten PDE5-Hemmern zur Behandlung der erektilen Dysfunktion. Seine wichtigste Besonderheit gegenüber vielen anderen Wirkstoffen dieser Gruppe ist die lange Wirkungsdauer von bis zu 36 Stunden.

Der Wirkstoff kann nach Bedarf oder – in geeigneter niedriger Dosierung – regelmäßig angewendet werden. Neben der erektilen Dysfunktion wird Tadalafil auch bei bestimmten Beschwerden einer benignen Prostatahyperplasie eingesetzt.

Welche Dosierung und Anwendungsform geeignet sind, hängt vom individuellen Gesundheitszustand, anderen Medikamenten und dem jeweiligen Behandlungsziel ab. Besonders wichtig sind mögliche Wechselwirkungen, insbesondere mit Nitraten.

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