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Vardenafil

Verfasst von: Moritz von Büren

Vardenafil ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der PDE5-Hemmer und wird zur Behandlung der erektilen Dysfunktion bei erwachsenen Männern eingesetzt. Bekannt wurde der Wirkstoff insbesondere durch das Markenpräparat Levitra. Vardenafil unterstützt bei sexueller Stimulation die Durchblutung des Penis und kann dadurch das Erreichen und Aufrechterhalten einer Erektion erleichtern.

Wie Sildenafil und Tadalafil gehört Vardenafil zu den etablierten Wirkstoffen zur Behandlung von erektiler Dysfunktion. Die PDE5-Hemmer besitzen einen ähnlichen Wirkmechanismus, unterscheiden sich jedoch unter anderem hinsichtlich Wirkungseintritt, Wirkungsdauer und individueller Verträglichkeit.

Was ist Vardenafil?

Vardenafil gehört zur Arzneimittelgruppe der Phosphodiesterase-Typ-5-Hemmer (PDE5-Hemmer). Der Wirkstoff wurde Anfang der 2000er-Jahre entwickelt und zur Behandlung der erektilen Dysfunktion eingeführt.

Vardenafil wurde insbesondere unter dem Markennamen Levitra bekannt. Heute sind außerdem verschiedene generische Präparate mit Vardenafil als Wirkstoff erhältlich.

Im Gegensatz zu Tadalafil, das auch bei weiteren medizinischen Indikationen eingesetzt wird, liegt der zentrale Anwendungsbereich von Vardenafil in der Behandlung der erektilen Dysfunktion.

Wie wirkt Vardenafil?

Bei sexueller Erregung werden im Körper verschiedene Botenstoffe freigesetzt. Einer davon ist Stickstoffmonoxid, das wiederum die Bildung von zyklischem Guanosinmonophosphat (cGMP) unterstützt. cGMP trägt dazu bei, die glatte Muskulatur in den Blutgefäßen des Penis zu entspannen.

Das Enzym Phosphodiesterase Typ 5 (PDE5) baut cGMP wieder ab. Vardenafil hemmt dieses Enzym und verlangsamt dadurch den Abbau des Botenstoffs.

  1. Sexuelle Stimulation: Der Körper setzt unter anderem Stickstoffmonoxid frei.
  2. Bildung von cGMP: Die glatte Muskulatur der Blutgefäße entspannt sich.
  3. PDE5-Hemmung: Vardenafil verlangsamt den Abbau von cGMP.
  4. Verbesserter Blutfluss: Mehr Blut kann in die Schwellkörper des Penis einströmen und eine Erektion unterstützen.

Vardenafil löst keine automatische Erektion aus. Damit der Wirkstoff seine Wirkung entfalten kann, ist sexuelle Stimulation erforderlich.

Vardenafil bei erektiler Dysfunktion

Vardenafil wird zur Behandlung der erektilen Dysfunktion (ED) eingesetzt. Dabei bestehen wiederkehrende oder anhaltende Schwierigkeiten, eine für sexuelle Aktivität ausreichende Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten.

Der Wirkstoff unterstützt während seiner Wirkungszeit den natürlichen körperlichen Mechanismus einer Erektion. Die zugrunde liegende Ursache einer Erektionsstörung wird dadurch jedoch nicht automatisch behandelt.

Mögliche Ursachen einer ED reichen von Gefäß- und Stoffwechselerkrankungen über hormonelle Veränderungen bis hin zu psychischen Faktoren und bestimmten Medikamenten. Bei länger bestehenden Beschwerden ist deshalb eine medizinische Abklärung sinnvoll.

Wann beginnt Vardenafil zu wirken?

Vardenafil wird in der Regel vor der geplanten sexuellen Aktivität eingenommen. Der Wirkungseintritt erfolgt häufig innerhalb von etwa 30 bis 60 Minuten.

Wie schnell die Wirkung einsetzt, kann individuell unterschiedlich sein. Unter anderem können Dosierung, Gesundheitszustand, Nahrungsaufnahme und persönliche Stoffwechselunterschiede eine Rolle spielen.

Eine schwere oder besonders fettreiche Mahlzeit kann den Wirkungseintritt verzögern. Wer einen möglichst vorhersehbaren Beginn der Wirkung wünscht, sollte diesen Einfluss berücksichtigen.

Wie lange wirkt Vardenafil?

Vardenafil gehört zu den eher kürzer wirkenden PDE5-Hemmern. Die Wirkung hält typischerweise mehrere Stunden an. Häufig wird ein Wirkungsfenster von ungefähr vier bis fünf Stunden beschrieben, wobei individuelle Unterschiede möglich sind.

Das bedeutet nicht, dass während dieses Zeitraums dauerhaft eine Erektion besteht. Vardenafil unterstützt lediglich die körperliche Reaktion auf sexuelle Stimulation, solange der Wirkstoff aktiv ist.

Im Vergleich dazu kann Tadalafil bis zu 36 Stunden wirken und besitzt damit ein deutlich längeres Wirkungsfenster.

Vardenafil-Dosierung

Vardenafil ist in unterschiedlichen Wirkstärken erhältlich. Welche Dosierung geeignet ist, hängt unter anderem vom Gesundheitszustand, der Verträglichkeit und der individuellen Wirkung ab.

Zu den häufig verwendeten Wirkstärken gehören:

  • 5 mg: niedrigere Dosierung, die beispielsweise bei bestimmten gesundheitlichen Voraussetzungen eingesetzt werden kann.
  • 10 mg: häufig verwendete Anfangsdosis.
  • 20 mg: höhere Dosierung, die bei entsprechender medizinischer Eignung verwendet werden kann.

Vardenafil wird normalerweise nach Bedarf vor der sexuellen Aktivität angewendet. Die Dosierung sollte nicht eigenständig erhöht werden und sich nach der Empfehlung eines Arztes beziehungsweise den Angaben des jeweiligen Arzneimittels richten.

Was sind Vardenafil-Generika?

Nach Ablauf des Patentschutzes wurden neben Levitra auch verschiedene Arzneimittel mit Vardenafil als Wirkstoff verfügbar. Ein Generikum enthält denselben Wirkstoff wie das entsprechende Referenzarzneimittel.

Vardenafil-Generika können sich hinsichtlich Hersteller, Hilfsstoffen, Verpackung, Tablettenform und Preis unterscheiden. Entscheidend sind insbesondere der enthaltene Wirkstoff, die Wirkstärke und die regulatorischen Voraussetzungen des jeweiligen Präparats.

Zu den bekannten Produkten mit Vardenafil gehört beispielsweise Valif.

Vardenafil und Levitra – was ist der Unterschied?

Levitra ist ein bekannter Markenname eines Arzneimittels mit Vardenafil. Vardenafil selbst bezeichnet dagegen den Wirkstoff.

Generische Präparate können denselben Wirkstoff enthalten, sich jedoch beispielsweise hinsichtlich Hersteller, Hilfsstoffen, Aussehen oder Verpackung vom Markenpräparat unterscheiden.

Weitere Informationen zu den unterschiedlichen Präparaten behandeln wir auf unserer Seite über Vardenafil-Generika.

Nebenwirkungen von Vardenafil

Wie andere Arzneimittel kann auch Vardenafil Nebenwirkungen verursachen. Nicht jeder Anwender ist davon betroffen, und Intensität sowie Häufigkeit können individuell unterschiedlich sein.

Zu den bekannten häufigeren Nebenwirkungen gehören unter anderem:

  • Kopfschmerzen
  • Gesichtsrötung oder Hitzegefühl
  • verstopfte Nase
  • Verdauungsbeschwerden
  • Schwindel

Selten können schwerwiegendere Beschwerden auftreten. Eine ungewöhnlich lange oder schmerzhafte Erektion sowie plötzlich auftretende Seh- oder Hörprobleme erfordern eine rasche medizinische Abklärung.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Vardenafil kann mit anderen Arzneimitteln interagieren. Besonders wichtig ist die Wechselwirkung mit Nitraten, die beispielsweise zur Behandlung von Angina pectoris eingesetzt werden.

Die gemeinsame Anwendung von Vardenafil und Nitraten kann zu einem gefährlichen Blutdruckabfall führen und darf deshalb nicht erfolgen.

Weitere mögliche Wechselwirkungen bestehen unter anderem mit:

  • bestimmten Alpha-Blockern und Blutdruckmedikamenten
  • bestimmten Antipilzmitteln und Antibiotika
  • bestimmten HIV-Medikamenten
  • anderen PDE5-Hemmern wie Sildenafil oder Tadalafil

Vor der Anwendung sollten deshalb alle regelmäßig oder gelegentlich eingenommenen Arzneimittel mit einem Arzt oder Apotheker besprochen werden.

Wann sollte Vardenafil nicht eingenommen werden?

Vardenafil ist nicht für jeden geeignet. Bestehende Erkrankungen und gleichzeitig eingenommene Medikamente können dazu führen, dass eine Anwendung nicht empfohlen wird oder eine besondere medizinische Beurteilung erforderlich ist.

Besondere Vorsicht beziehungsweise eine medizinische Abklärung ist unter anderem bei bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sehr niedrigem Blutdruck, schweren Leberfunktionsstörungen sowie bestimmten Augenerkrankungen erforderlich.

Eine gleichzeitige Anwendung mit Nitraten ist kontraindiziert. Auch bestimmte andere Medikamente können mit Vardenafil problematische Wechselwirkungen verursachen.

Bei bestehenden Erkrankungen oder Unsicherheit hinsichtlich anderer Arzneimittel sollte vor der Anwendung ärztlicher Rat eingeholt werden.

Vardenafil und Alkohol

Alkohol kann selbst die Erektionsfähigkeit beeinflussen. Größere Mengen können zudem Nebenwirkungen von Vardenafil wie Schwindel oder Blutdruckabfall verstärken.

Übermäßiger Alkoholkonsum sollte deshalb im Zusammenhang mit der Anwendung von Vardenafil vermieden werden.

Vardenafil und Ernährung

Vardenafil kann grundsätzlich mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Eine besonders schwere oder fettreiche Mahlzeit kann jedoch dazu führen, dass der Wirkstoff langsamer aufgenommen wird und die Wirkung später einsetzt.

Wer einen möglichst vorhersehbaren Wirkungseintritt wünscht, sollte deshalb insbesondere unmittelbar vor der Einnahme sehr fettreiche Mahlzeiten vermeiden.

Für wen kann Vardenafil geeignet sein?

Vardenafil kann für erwachsene Männer mit erektiler Dysfunktion infrage kommen, sofern keine medizinischen Gründe gegen die Anwendung sprechen.

Welcher PDE5-Hemmer am besten geeignet ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Manche Männer sprechen besser auf einen bestimmten Wirkstoff an oder vertragen einzelne Präparate unterschiedlich.

Bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen, niedrigem Blutdruck, Diabetes oder gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente sollte die Anwendung vorher medizinisch abgeklärt werden.

Vardenafil oder Sildenafil?

Vardenafil und Sildenafil gehören beide zur Gruppe der PDE5-Hemmer und besitzen einen ähnlichen Wirkmechanismus. Beide werden üblicherweise nach Bedarf vor der sexuellen Aktivität angewendet und besitzen eine Wirkungsdauer von mehreren Stunden.

Unterschiede bestehen unter anderem in pharmakologischen Eigenschaften, individueller Verträglichkeit und möglichen Einflüssen durch Nahrung oder andere Medikamente.

Einen ausführlichen Vergleich finden Sie in unserem Ratgeber Sildenafil vs. Vardenafil.

Vardenafil oder Tadalafil?

Tadalafil unterscheidet sich von Vardenafil insbesondere durch seine deutlich längere Wirkungsdauer. Während Vardenafil typischerweise über mehrere Stunden wirkt, kann die Wirkung von Tadalafil bis zu 36 Stunden anhalten.

Dadurch eignen sich beide Wirkstoffe für unterschiedliche Anforderungen. Manche Männer bevorzugen ein kürzeres Wirkungsfenster, während andere die größere zeitliche Flexibilität von Tadalafil schätzen.

Eine ausführliche Gegenüberstellung finden Sie auf unserer Seite Tadalafil vs. Vardenafil.

Vardenafil im Vergleich zu anderen PDE5-Hemmern

Mit Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil und Avanafil stehen mehrere PDE5-Hemmer zur Behandlung der erektilen Dysfunktion zur Verfügung. Der grundlegende Wirkmechanismus ist ähnlich, die einzelnen Wirkstoffe unterscheiden sich jedoch in mehreren praktischen Eigenschaften.

  • Sildenafil: etablierter Wirkstoff mit einer typischen Wirkungsdauer von mehreren Stunden.
  • Tadalafil: zeichnet sich insbesondere durch eine Wirkungsdauer von bis zu 36 Stunden aus.
  • Vardenafil: wird nach Bedarf eingesetzt und besitzt ein Wirkungsfenster von mehreren Stunden.
  • Avanafil: ein weiterer PDE5-Hemmer mit vergleichsweise schnellem Wirkungseintritt.

Die Auswahl sollte nicht allein anhand der Wirkungsdauer erfolgen. Gesundheitszustand, andere Medikamente, individuelle Verträglichkeit und persönliche Anforderungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Was kann die Behandlung zusätzlich unterstützen?

Medikamente wie Vardenafil können die Erektionsfähigkeit während ihrer Wirkungszeit unterstützen, behandeln jedoch nicht automatisch die zugrunde liegende Ursache einer erektilen Dysfunktion.

Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, ein gesundes Körpergewicht, der Verzicht auf Rauchen und ein moderater Alkoholkonsum können insbesondere die Gefäßgesundheit unterstützen.

Auch Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck sowie psychische Faktoren wie Stress oder Leistungsangst können mit Erektionsproblemen zusammenhängen. Einen umfassenden Überblick über Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten finden Sie auf unserer Seite zur erektilen Dysfunktion.

Fazit: Vardenafil als etablierter PDE5-Hemmer

Vardenafil gehört neben Sildenafil und Tadalafil zu den etablierten PDE5-Hemmern zur Behandlung der erektilen Dysfunktion. Der Wirkstoff unterstützt bei sexueller Stimulation die Durchblutung des Penis und kann dadurch das Erreichen und Aufrechterhalten einer Erektion erleichtern.

Der Wirkungseintritt erfolgt typischerweise innerhalb von etwa 30 bis 60 Minuten, die Wirkung hält mehrere Stunden an. Vardenafil wird in unterschiedlichen Wirkstärken angeboten und üblicherweise nach Bedarf angewendet.

Welche Dosierung und welcher PDE5-Hemmer im individuellen Fall geeignet sind, hängt vom Gesundheitszustand, möglichen Wechselwirkungen, anderen Medikamenten und der persönlichen Verträglichkeit ab.

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